Heute Stuttgart

Unter anderem die Ausstellung der World Press Photos 2012 im Bahnhof angeschaut (wer schauen will sollte sich beeilen: in Stuttgart sind die Bilder nur noch bis zum 9.7. zu sehen) und einen phantastischen Dia-Projektor Marke Liesegang auf dem Flohmarkt erstanden. Kaffee in der Calwer Straße mitsamt Leuteschauen, leckeres Mittagessen, Überraschungstütchen im Spielzeugladen und der obligatorische Marsch durch das Grauen:

Eberhard, der mit dem Barte,
Württembergs geliebter Herr,
Sprach: „Mein Land hat kleine Städte,
Trägt nicht Berge silberschwer;

Doch ein Kleinod hält’s verborgen:
Daß in Wäldern, noch so groß,
Ich mein Haupt kann kühnlich legen
Jedem Untertan in Schoß.“

Und es rief der Herr von Sachsen,
Der von Bayern, der vom Rhein:
„Graf im Bart! Ihr seid der Reichste!
Euer Land trägt Edelstein!“

(Justinus Kerner: Preisend mit viel schönen Reden)

nach dem Vergessen ist vor dem Weltkulturerbe

Einen lauten Lacher bescherte mir die Meldung, daß sich Tübingen nun bemüht Weltkulturerbe zu werden. Betont wird dabei die kulturelle Tradition nicht die Baudenkmäler, die nebenbei gesagt nun auch nicht so zahlreich sind. Ein Baudenkmal wird demnächst abgerissen und so zog ich los, um noch letzte Bilder davon zu machen:

Die Ruine an der Blauen Brücke steht seit über zehn Jahren da, fast habe ich mich an sie gewöhnt. Und wer weiß, ob was besseres nachkommt?

Das adrette Gebäude gegenüber der Ruine wird leider nicht gleich mit abgerissen, so wird der Charme der Blauen Brücke wenigstens auch nach dem Abriss der Ruine erhalten bleiben.

Und was passiert mit all den Graffiti, werden sie ins Magazin des Stadtmuseums gerettet? Irgendwie gehören sie doch auch zum Stadtbild oder gar zur „kulturell-geistesgeschichtlichen Tradition„.

Es ist doch im Grunde egal, aus welcher Richtung man in die Stadt reinfährt: es finden sich noch genügend Zeugen von Bausünden und die meisten davon sind zu Ende gebaut worden. Dieses Fleckchen hier nenne ich immer liebevoll die „Margaret-Thatcher-Gedächtnisecke“:

Eis am Stiel

 

Das ist kein Caretta sondern schlicht Wasser mit Lebensmittelfarbe. Leider machte die Sonne heute morgen nicht so mit wie ich gedacht hatte. Andere Farben warten in der Tiefkühltruhe auf weitere Versuche.

Am Wasser – anders

Wenn man lange an einem Ort wohnt, kann es sein, daß Traditionen an einem vorbei gehen, weil man sich an sie gewöhnt hat. Zum ersten Mal seit ungefähr 15 Jahren war ich beim diesjährigen Stocherkahnrennen. Guter gemütlicher Platz am Neckarufer und freie Sicht auf das Gestochere. Zunächst die Kostümparade:

Und dann war sehr schnell klar, wer gewinnt:

Obwohl ich nicht am sogenannten „Nadelöhr“ saß, kam es direkt vor meinen Augen zu Kollisionen und zu direktem Wasserkontakt ohne Personenschaden.

Spaß hat’s gemacht!

Sommerwiese

Schöne Stimmung und schönes Licht heute auf dem Berg: so zwischen Sonnenschein und Regenguß mit viel Wind.

als sie durch Metzingen gegangen war…

An Pfingstsonntag hatte es uns nach Metzingen verschlagen. Aus irgend einem Grund war die Innenstadt nahezu gesperrt und so zeigte sich die Durchgangsstraße äußerst still:

Dich will ich loben, Häßliches,
Du hast so was verläßliches.

Immer muß ich an Robert Gernhardts Gedicht denken, wenn ich in Metzingen bin. Dieses „Outletcity„-Ding befremdet mich: das kann doch nicht das Herzstück einer Stadt sein.

Für mich immer nostalgischer Höhepunkt: die Enzian-Seifenfabrik: Es duftete sogar vor den Fabrikmauern nach „früher“. Meine ich nicht ironisch.

Nachdem er durch Metzingen gegangen war